Studie: EU-weit größter Bearbeitungsstau bei Asylanträgen

11. Juni 2015

Durchschnittlich 7,1 Monate dauerte 2014 die Bearbeitung eines Asylantrags durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Bertelsmannstiftung. Insgesamt wurden 2014 in Deutschland mit 202.645 Asylanträgen mit Abstand die meisten in der EU gestellt.

Zusätzlich waren weitere 134.015 aus 2013 anhängig. Der Studie zufolge sei in keinem anderen Land der EU der Bearbeitungsstau so groß wie in Deutschland. Zwar war die Zahl der Schutzsuchenden 2014 so hoch wie lange nicht, die Bearbeitungsdauer sei allerdings nicht nur darauf zurückzuführen. So wurden etwa in Dänemark und Schweden mehr Asylanträge pro Einwohner gestellt, die Zahl der unbearbeiteten Anträge war dort jedoch geringer. Die Bundesregierung hat damit das im Koalitionsvertrag formulierte Ziel, die Bearbeitungsdauer von Asylanträgen auf drei Monate zu begrenzen, im vergangenen Jahr deutlich verfehlt (vgl. Ausgabe 9/14). Die langen Asylverfahren erschwerten Geflüchteten unter anderem den Einstieg in den Arbeitsmarkt und damit auch das Ankommen in der neuen Umgebung. Der Autor der Studie Dietrich Thränhardt fordert deshalb neben mehr Personal für die Entscheidungsverfahren auch die Möglichkeit für Asylsuchende, bereits während der Wartezeit auf eine Entscheidung über ihren Asylantrag mit einem Deutschkurs beginnen zu können. Dies sei derzeit nur in fünf Bundesländern möglich (vgl. Ausgabe 2/15).

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