Vereinigtes Königreich: Restriktive Migrationspolitik wird fortgesetzt

11. Juni 2015

Der britische Premierminister David Cameron (Konservative) hat sich für seine neue Amtszeit wieder vorgenommen, die Einwanderung ins Vereinigte Königreich deutlich zu verringern. In einer Rede Ende Mai erläuterte er seine Ideen zur Verschärfung der Migrationspolitik. Dabei betonte er, wie wichtig ihm die multikulturelle Prägung des Landes sei, Migrationskontrolle und Schutz der nationalen Sozialsysteme seien jedoch das vorrangige Ziel seiner Politik. Er kündigte an, scharf gegen irreguläre Migranten vorzugehen, indem etwa Vermieter verpflichtet werden sollen, den Aufenthaltsstatus von ausländischen Mietern zu prüfen. Auch der Bedarf an Arbeitsmigranten soll reduziert werden, indem in einschlägigen Branchen mehr Ausbildungsplätze für einheimische Jugendliche geschaffen werden. Darüber hinaus sollen die vermuteten Zuwanderungsanreize für EU-Bürger verringert werden, indem der Zugang zu Sozialleistungen eingeschränkt wird. Cameron setzt damit seinen restriktiven Kurs der letzten fünf Jahre fort (vgl. Ausgaben 9/14, 8/14, 8/11), in denen es ihm nicht gelungen war, die Einwanderung zu reduzieren: 2014 war die Nettomigration im Vereinigten Königreich mit einem Plus von 318.000 Menschen so hoch wie seit 2005 nicht mehr.

Die Autorin Katharina Schilling studiert im Master Internationale Migration und Interkulturelle Beziehungen an der Universität Osnabrück.

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