Am 1. Januar 2005 ist ein neues Mikrozensusgesetz in Kraft getreten. Zukünftig wird nicht nur die aktuelle Staatsangehörigkeit der befragten Person erfasst, sondern erstmals auch die vorherige Staatsangehörigkeit und das Jahr der Einbürgerung. Damit wird es möglich, die Bevölkerungsstruktur und Integration von Migranten gründlicher zu beschreiben. Der Mikrozensus ist die amtliche Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und den Arbeitsmarkt, an der jährlich 1 % der Bevölkerung unter Auskunftspflicht teilnimmt.
Die amtliche Bevölkerungsstatistik in Bezug auf Ausländer und Personen mit Migrationshintergrund war bislang nur eingeschränkt aussagekräftig. Zum einen sind jene, die als Ausländer geführt werden, nicht unbedingt eingewandert: Von den 6,7 Mio. Ausländern (2004) wurden 1,4 Mio. (21 %) in Deutschland geboren (vgl. MuB 5/05). Zum anderen hat auch ein Teil der deutschen Staatsangehörigen einen Migrationshintergrund, gemessen etwa an der Muttersprache oder am Geburtsland.
Seit Mitte der 1970er Jahre wurden mehr als 1,5 Mio. Ausländer eingebürgert. Sie lassen sich bisher in der Statistik nicht als Migranten identifizieren. Ähnliches trifft auf Aussiedler bzw. Spätaussiedler zu, bei denen es sich de facto ebenfalls um Einwanderer handelt, die in der amtlichen Statistik allerdings in der Gruppe der Deutschen ausgewiesen werden.
Zusätzlich zu diesen Änderungen wird durch das Mikrozensusgesetz 2005 alle vier Jahre die Staatsangehörigkeit der Eltern (sofern sie seit 1960 ihren dauerhaften Aufenthalt in Deutschland haben oder hatten), ihr Zuzugsjahr und, falls sie eingebürgert wurden, ihre ehemalige Staatsangehörigkeit und das Einbürgerungsjahr erhoben.
Ein Vorteil der neuen Daten ist beispielsweise, dass die Gruppe der Eingebürgerten separat ausgewiesen werden kann. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Eingebürgerte günstigere sozio-ökonomische Merkmale aufweisen als Ausländer. Der Mikrozensus ermöglicht daher fortan eine detailliertere Berichterstattung über Integration. vö
Weitere Informationen:
www.zuwanderungsrat.de
www.destatis.de/themen/d/thm_mikrozen.php
www.destatis.de/fdz
Literatur:
Tagungsband der Arbeitsstelle Interkulturelle Konflikte und gesellschaftliche
Integration (AKI) am Wissenschaftszentrum Berlin (WZB): „Bildungsdaten
und Migrationshintergrund: Wege zur Verbesserung der amtlichen Statistik".
Die Publikation wird in den nächsten Wochen als Druckausgabe sowie als
Download erhältlich sein: www.aki.wz-berlin.de