Österreich: Starker Bevölkerungszuwachs im
Jahr 2004
Zu Jahresbeginn 2005 erreichte Österreichs Bevölkerung mit rund 8.207.000
Personen einen neuen Höchststand. Verantwortlich dafür waren eine
deutlich positive Geburtenbilanz von +4.676 Personen (= Geburten minus Sterbefälle)
durch einen Anstieg der Geburten sowie ein positiver Wanderungssaldo in Höhe
von +50.600 Personen. Insgesamt verzeichnete das Bevölkerungsregister rund
127.000 Zuwanderungen und 77.000 Abwanderungen. Der gegenüber 2003 gestiegene
positive Wanderungssaldo erklärt sich dabei fast ausschließlich durch
stärkere Zuwanderung von Bürgern anderer EU-Staaten.
www.statistik.at
Türkei: Konflikt um Aufhebung des Kopftuchverbotes
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan (AKP, islamisch-konservativ)
will das Kopftuchverbot in staatlichen Einrichtungen aufheben. Mitte Juni erklärte
er, dass seine Regierung über ein Referendum nachdenke. Nach Erdogan sei
die Mehrheit der Türken für eine Aufhebung. Die Lösung der Kopftuchfrage
ist eines der Wahlversprechen der AKP. Die einflussreiche Armee und laizistische
Kräfte im türkischen Staatsapparat lehnen eine Aufhebung des Kopftuchverbotes
strikt ab.
Der Präsident des türkischen Verfassungsgerichtes Mustafa Bumin erklärte,
eine Aufhebung des Kopftuchverbots an den türkischen Universitäten
komme nicht in Frage. Die AKP riskiere ein Parteiverbot, sollte sie versuchen,
das Kopftuchverbot zu lockern, so Bumin. In den letzten Jahren wurden mehrfach
Parteien verboten, da sie als zu religiös eingestuft wurden und somit nach
Ansicht des Gerichts das in der Verfassung verankerte Laizismus-Prinzip verletzt
hatten.
www.bpb.de
www.tuerkei-recht.de
Aufstände auf Lampedusa
Im Flüchtlingslager auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa ist
es Mitte Mai zu Aufständen gekommen. In dem für die Unterbringung
von maximal 190 Personen ausgelegten Auffangzentrum herrschen katastrophale
Zustände, vor allem im Hygienebereich, seit dort Mitte Mai innerhalb von
24 Stunden mehr als 1.000 irreguläre Migranten eintrafen. Die sizilianischen
Behörden baten die italienische Regierung um Unterstützung bei der
Bewältigung der humanitären Notlage.