Großbritannien: Anti-Terror-Gesetz abgelehnt
Der britische Premierminister Tony Blair (Labour) ist Anfang November mit seinem
Anti-Terror-Gesetz vor dem britischen Parlament gescheitert. Das Unterhaus lehnte
es überraschend ab. Die Vorlage sollte es ermöglichen, Terrorverdächtige
bis zu 90 Tagen ohne Anklage festzuhalten. Lediglich die Erweiterung einer Haft
ohne Anklage von 14 auf 28 Tage wurde gebilligt. Die Vorlage war eine weitere
Maßnahme verschärfter Gesetzgebung nach den Anschlägen auf die
Londoner U-Bahn im Juli (vgl. MuB 7/05,
8/05,
9/05).
Schweden: Neue Chance für abgelehnte Asylbewerber
Ab 31. März 2006 soll in Schweden ein schnelleres Asylverfahren größere
Rechtssicherheit bringen. Bis dahin können bereits abgelehnte Asylbewerber
erneut einen Antrag stellen. Von der Regelung betroffen sind etwa 25.000 Menschen.
Dabei handelt es sich um abgelehnte Asylbewerber, die jedoch nicht in ihre Heimat
zurückgeschickt werden konnten, sowie Flüchtlinge, die aus Angst vor
einer Abschiebung untergetaucht sind. In den meisten Fällen soll positiv
entschieden werden, heißt es aus Regierungskreisen. Bei der erneuten Prüfung
sollen die Länge des Aufenthalts, die Bindungen an Schweden, der familiäre
Status sowie der physische und psychische Gesundheitszustand berücksichtigt
werden. Die Betroffenen sollen keinen Flüchtlingsstatus bekommen, aber
aus humanitären Gründen in Schweden bleiben dürfen.