Evaluierung des Zuwanderungsgesetzes
Ein Jahr nach seinem In-Kraft-Treten hat die Flüchtlingsorganisation Pro
Asyl scharfe Kritik an der Umsetzung des Zuwanderungsgesetzes geübt. Im
Zentrum der Kritik steht u. a. die Anwendung der neuen Härtefallregelung
für abgelehnte Asylbewerber. Demnach hat Bayern noch keine Härtefallkommission
eingerichtet, in Hessen und Niedersachsen sind Parlamentarier statt Experten
mit der Beratung der Härtefälle betraut. Bundesinnenminister Wolfgang
Schäuble (CDU) hatte Mitte Dezember eine Evaluierung des Zuwanderungsgesetzes
angekündigt und zugleich verstärkte Integrationsbemühungen seitens
der Migranten gefordert.
Eine umfassende Bewertung des Zuwanderungsgesetzes von
Pro Asyl findet sich unter www.proasyl.de
Integrationsbeauftragte fordert Bleiberecht für
Flüchtlinge
Die neue Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Maria Böhmer (CDU)
hat sich wie ihre Amtsvorgängerin Marieluise Beck (B 90/Die Grünen)
für ein Bleiberecht langjährig geduldeter Flüchtlinge ausgesprochen
(vgl. MuB 9/03).
Sie appellierte an die Innenminister von Bund und Ländern, eine einheitliche
Lösung zu finden. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) wollte
sich bislang nicht zu einem Bleiberecht äußern. Derzeit haben Flüchtlinge
ohne Asylberechtigung die Möglichkeit, eine Duldung zu beantragen, wenn
sie wegen der Situation in ihrem Herkunftsland nicht zurückkehren können.
Viele leben jahrelang in Deutschland, ihre Aufenthaltserlaubnis wird jedoch
stets nur für wenige Monate verlängert. Rund 200.000 Menschen sind
betroffen.
www.integrationsbeauftragte.de
Bayern: Verbot von muslimischem Verein
Im bayerischen Neu-Ulm ist Ende Dezember der muslimische Verein „Multi-Kultur-Haus
e. V. (MKH)“ verboten worden. Laut bayerischem Innenministeriumhabe der
Verein gegen die verfassungsmäßige Ordnung und den Gedanken der Völkerverständigung
verstoßen. Zu dem Entschluss gelangten die Ermittlungsbehörden nach
mehreren Durchsuchungen. Dabei gefundene Schriften und Bücher wurden als
„Indoktrination" und „Rekrutierung für den Heiligen Krieg"
eingestuft. Internationale Aufmerksamkeit erlangte das MKH durch die Mitgliedschaft
des gebürtigen Libanesen Khaled al Masri, der vom amerikanischen Geheimdienst
CIA verschleppt worden war. Die Vereinsvertreter wollen in Berufung gehen.
www.stmi.bayern.de/presse/archiv/2005/526.php