In Deutschland leben 15,3 Mio. Menschen mit so genanntem „Migrationshintergrund“. Das Statistische Bundesamt legte Anfang Juni erstmals entsprechende Zahlen vor.
Die Ergebnisse des Mikrozensus 2005 zeigen, dass fast ein Fünftel (19 %) der Bevölkerung in Deutschland einen Migrationshintergrund aufweist. Dies ist deshalb bemerkenswert, weil bislang ausschließlich Daten zu ausländischen Staatsangehörigen vorlagen. Deren Zahl liegt bei 7,3 Mio. (8,8 %; siehe Anmerkung Textende*) und damit nicht einmal halb so hoch wie der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund.
Der Mikrozensus, auch „kleine Volkszählung“ genannt, ist eine amtliche Repräsentativstatistik. 2005 wurden erstmals über die Staatsangehörigkeit hinausgehende Informationen erfasst (vgl. MuB 5/05). Nach der vorliegenden Definition umfasst die Bevölkerung mit Migrationshintergrund sowohl ausländische als auch deutsche Staatsbürger. Darunter sind etwa zugewanderte und in Deutschland geborene Ausländer, Spätaussiedler, Eingebürgerte mit persönlicher Migrationserfahrung sowie auch deren Kinder, die selbst keine unmittelbare Migrationserfahrung aufweisen. Personen mit Migrationshintergrund sind entweder selbst zugewandert oder gehören der zweiten bzw. dritten Generation an.
Innerhalb der Gruppe mit Migrationshintergrund ist die Zahl
der Deutschen (8 Mio.) geringfügig größer als die Zahl der Ausländer
(7,3 Mio.). Nimmt man das Kriterium der eigenen Migrationserfahrung, so bilden
zugewanderte Ausländer (5,6 Mio. bzw. 36 %) und Eingebürgerte
(3 Mio. bzw. 20 %) die größten Gruppen. Danach folgen Spätaussiedler
(1,8 Mio. bzw. 12 %). Dabei handelt es sich jedoch nicht um alle in Deutschland
lebenden Spätaussiedler. Diejenigen, die vor dem 1. August 1999 zuwanderten,
sind in der Gruppe der Eingebürgerten enthalten und lassen sich im Mikrozensus
nicht von anderen Eingebürgerten unterscheiden.
Die Gruppe der Deutschen ohne eigene Migrationserfahrung, bei denen ein Elternteil entweder Spätaussiedler, Eingebürgerter oder Ausländer ist, umfasst rund 2,7 Mio. Personen (18 %).
* Diese Zahl stammt aus der Bevölkerungsfortschreibung. Das Ausländerzentralregister (AZR) weist für Ende 2004 lediglich 6,7 Mio. Ausländer aus. Die Zahlen aus dem AZR sind grundsätzlich niedriger als die aus der Bevölkerungsfortschreibung, da hier nur die permanent in Deutschland lebende ausländische Bevölkerung erfasst ist. vö
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