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Ausgabe 9
November 2006
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Deutschland: Ausbildungsoffensive für jugendliche Migranten

Die Ausbildung von Migranten soll mit einer Offensive besonders gefördert werden. Mitte Oktober fand ein Treffen der Partner des Pakts für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs statt, an dem auch die Bundesintegrationsbeauftragte Maria Böhmer teilnahm. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es anschließend, die Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund solle zu einem Schwerpunkt der Bemühungen gemacht werden.

Mitte 2004 unterzeichneten die Bundesregierung und Vertreter der wichtigsten Wirtschaftsverbände einen „Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland“, dessen zentrales Element die Ausbildungsoffensive ist. Sie hat zum Ziel „die Ausbildungsplatzsituation nachhaltig zu verbessern“ und nutzt verschiedene Steuerungsinstrumente, z. B. Förderprogramme und Ausbildungskampagnen. Ein Schwerpunkt der Ausbildungsoffensive liegt bei Jugendlichen ausländischer Herkunft. Dies machte auch eine gemeinsame Erklärung der Partner des Ausbildungspakts und der Integrationsbeauftragten bei ihrem Treffen deutlich.

Die Bundesintegrationsbeauftragte Maria Böhmer (CDU) machte auf die äußerst kritische (Aus-)Bildungssituation insbesondere von ausländischen Jugendlichen aufmerksam: 44 % von ihnen besuchten die Hauptschule, im Vergleich zu 19 % unter deutschen Schülern, 17 % von ihnen verließen die Schule ohne Abschluss (8,5 % bei deutschen Schülern) und ihr Anteil an allen Auszubildenden sank von 9,8 % (1994) auf 4,4 % (2005).

In der Erklärung heißt es: „Besorgniserregend ist die Tatsache, dass 41 % der Altersgruppe der 25- bis unter 35-Jährigen in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund keinen beruflichen Bildungsabschluss haben (Personen ohne Migrationshintergrund 15 %).“ Die Ergebnisse der PISA-Studie hätten gezeigt, dass rund 25 % aller Schüler hinsichtlich ihrer Aussichten auf beruflichen Erfolg als Risikogruppe gelten müssten, bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund seien es rund 40 %. Jugendliche der zweiten Generation, von denen ein Elternteil oder beide Eltern im Ausland, die Jugendlichen selbst aber in Deutschland geboren wurden, schneiden oft schlechter ab als selbst zugewanderte Jugendliche.

Um die Ausbildungsreife der Jugendlichen zu gewährleisten, sehen die Paktpartner in frühkindlicher Förderung einen zentralen Punkt. Hier sollten obligatorische und möglichst beitragsfreie Bildungsangebote sowie systematische Sprachförderung geschaffen werden. Ferner soll die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben verstärkt werden, um den Übergang von der Schule in die Berufsausbildung zu verbessern. Die Erklärung enthält Appelle an verschiedene gesellschaftliche Akteure (Schule, Betriebe, Migrantenorganisationen, Behörden) und beurteilt die Wirksamkeit bisher eingesetzter Programme.

Derzeit gibt es rund 50.000 Jugendliche, die auf der Suche nach einer Lehrstelle noch nicht vermittelt werden konnten. Nachvermittlungsaktionen sollen nun dafür sorgen, dass alle bisher unvermittelten Ausbildungsbewerber ein Angebot erhalten, so die Bundesregierung. as

Weitere Informationen:
www.migration-info.de/dum_doks/Ausbildungspakt.pdf

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