Russland: Umgang mit georgischen Migranten
Aufgrund diplomatischer Verstimmungen mit Georgien nach der Festnahme mutmaßlicher
russischer Spione droht Russland mit härteren Einreisebedingungen und Abschiebungen.
Russland brauche keine georgischen Bürger, sagte der Vizechef der Einwanderungsbehörde,
Michail Tjurkin. Seinen Angaben zufolge kamen im ersten Halbjahr 2006 rund 79.000
Georgier nach Russland, von denen sich nur 29.000 ordnungsgemäß gemeldet
hätten. Seit Anfang Oktober wurden bereits 807 Georgier aus Russland abgeschoben,
weitere 2.117 Personen haben einen Abschiebebescheid erhalten. Georgien kritisierte
die neue russische Abschiebepraxis als „unmenschlich“. Zudem hat
Russland vor, den Zuzug von ausländischen Arbeitnehmern aus den Nachfolgestaaten
der Sowjetunion generell deutlich zu beschränken.
Iberoamerikanische Staaten: Grenzzaun der USA kritisiert
22 lateinamerikanische Staaten sowie Spanien und Portugal haben den geplanten
Grenzzaun an der Südgrenze der USA zu Mexiko verurteilt (vgl. MuB 5/06,
9/06).
Bei einem Treffen Anfang November in Montevideo (Uruguay) verabschiedeten die
Staatschefs eine gemeinsame Erklärung. Darin heißt es, die Grenzanlage
leiste Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit Vorschub. Die USA hingegen halten
die verstärkte Grenzsicherung im Hinblick auf die innere Sicherheit des
Landes für notwendig.
Niger: Abschiebung von 150.000 Flüchtlingen
Niger hat Ende Oktober angekündigt, rund 150.000 Araber, die aus dem Tschad
stammen, auszuweisen. Die Nomaden waren mehrheitlich in den 80er Jahren wegen
eines Bürgerkriegs ins Nachbarland gekommen. Die Flüchtlinge suchten
damals Schutz in Niger, als libysche Truppen den Tschad in ihre Gewalt bringen
wollten. Inzwischen gebe es Spannungen zwischen der einheimischen Landbevölkerung
und den Arabern, sagte Nigers Innenminister Mounkaila Modi (PNUD). Modi sagte
weiter, die Araber aus dem Tschad seien bewaffnet und stellten eine Gefahr für
die Sicherheit der lokalen Bevölkerung dar. Die Regierung habe deshalb
entschieden, die Einwanderer auszuweisen. Dies werde mit „Respekt vor
der menschlichen Würde“ erfolgen.
Sri Lanka: Flüchtlinge ohne internationale Hilfe
Nach Angaben von Hilfsorganisationen sind rund 130.000 Flüchtlinge in Sri
Lanka seit Mitte November von internationaler Hilfe abgeschnitten und drohen
Opfer von Menschenrechtsverletzungen zu werden. Die Betroffenen waren vor den
wieder aufgeflammten Kämpfen zwischen Regierungstruppen und tamilischen
Rebellen aus ihren Dörfern im Süden des Landes geflohen. Insgesamt
gebe es wegen des Bürgerkriegs rund 200.000 Flüchtlinge, teilte der
Norwegische Flüchtlingsrat mit. „Die Regierung und die Rebellen haben
den Zugang zu ihren Gebieten beschränkt, wodurch die Vertriebenen ohne
angemessene Unterstützung sind“, so ein Sprecher des Flüchtlingsrates.
Seit dem Scheitern der Friedensgespräche Ende September ist der Bürgerkrieg
in Sri Lanka wieder entbrannt (vgl. MuB 7/06).
In diesem Jahr sind bei Kämpfen zwischen Tamilen und Regierungstruppen
bereits rund 3.300 Menschen ums Leben gekommen.
www.nrc.no/engindex.htm