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Kurzmeldungen - Europa

Schweiz: 2006 etwas mehr Asylanträge
In der Schweiz wurden im vergangenen Jahr 10.537 Asylanträge gestellt (2005: 10.061), das entspricht einem Anstieg um 4,7 %. Die meisten Asylanträge stammen von Personen aus Serbien (1.225), Eritrea (1.201) und dem Irak (816). Auf Platz vier und fünf der Herkunftsländer folgen die Türkei (693) und China (475). 1.193 abgelehnte Asylbewerber wurden 2006 ausgewiesen (2005: 1.281; -6,9 %). Die Anerkennungsquote lag im vergangenen Jahr insgesamt bei 19,5 % (2005: 13,6 %) und damit um knapp sechs Prozentpunkte höher als im Vorjahr.
www.bfm.admin.ch

Schweiz: Sichere Herkunftsstaaten
Seit 1. Januar 2007 stehen Benin, Kroatien, Mali, Moldau (ohne Transnistrien), Montenegro und die Ukraine auf der Schweizer Liste der so genannten „sicheren Herkunftsstaaten“. Bisher galten bereits Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Gambia, Ghana, Indien, Mazedonien, Mongolei, Rumänien, Senegal sowie alle EU- und EFTA-Staaten als „Safe Countries“. In diesen Staaten besteht gemäß Art. 34 des Schweizer Asylgesetzes Sicherheit vor Verfolgung. Weitere Kriterien sind die Einhaltung der Menschenrechte und die Anwendung internationaler Menschenrechts- und Flüchtlingskonventionen. Asylanträge von Personen aus diesen Ländern werden gemäß Art. 34 Abs. 2 des Schweizer Asylgesetzes nicht bearbeitet, sofern es keine Hinweise auf individuelle Verfolgung gibt. Diese wird in einer persönlichen Anhörung geprüft. Verfolgungssicherheit konnte in einigen dieser Staaten nicht für das gesamte Territorium garantiert werden. Daher wurde die Kriterienliste vom Schweizer Bundesrat modifiziert. Einzelne Regionen, wie z. B. Transnistrien, können jetzt als nicht verfolgungssicher von der Liste ausgeschlossen werden.
www.ejpd.admin.ch/ejpd/de/home/dokumentation/mi/2006/2006-12-08.html

Frankreich: Abschiebungen und Asylanträge 2006
2006 wurden sowohl im französischen Mutterland (23.831; 2005: 19.841) als auch in den Überseegebieten (23.885; 2005: 15.532) deutlich mehr Einwanderer ohne Aufenthaltserlaubnis abgeschoben. Damit setzte sich der Trend der vergangenen Jahre fort. Nach Angaben von Innenminister Nicolas Sarkozy (UMP) soll die Zahl 2007 weiter steigen. Die Zahl der Asylanträge sank dagegen im letzten Jahr deutlich auf 34.862 (2005: 52.066; 2004: 57.616). Die Einwanderungs- und Integrationspolitik spielt bei den Ende April und Anfang Mai stattfindenden Präsidentschaftswahlen eine wichtige Rolle. Sarkozy versucht sich mit einer harten Linie zu profilieren.
www.interieur.gouv.fr/sections/a_la_une/toute_l_actualite/ministere

Einheitliche EU-Regelungen angestrebt
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) will im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im 1. Halbjahr 2007 verschiedene Rechtsbereiche EU-weit angleichen. Im Hinblick auf das Familienrecht sollen binationale Paare im Scheidungsfall in Zukunft einheitlichen Regeln unterliegen. Künftig solle beispielsweise per Ehevertrag der Gerichtsstand gewählt werden können, der im Scheidungsfall ausschlaggebend wäre. Ferner strebt Zypries EU-weite Mindeststrafen für rassistisch und fremdenfeindlich motivierte Straf- und Gewalttaten an. Sie will außerdem die Rechte von Beschuldigten und Angeklagten bei Strafverfahren stärken. Dazu gehören beispielsweise einheitliche Regelungen über das Recht auf einen Verteidiger oder den Einsatz von Dolmetschern.

EU: Rechtsextreme Fraktion gegründet
Anfang Januar ist im Europäischen Parlament (EP) die rechtsextreme Fraktion „Identität, Tradition und Souveränität“ (ITS) gegründet worden. Durch den EU-Beitritt Bulgariens und Rumäniens zum Jahresbeginn, die gemeinsam sechs ITS-Abgeordnete stellen, kamen die für den Fraktionsstatus erforderlichen 20 Abgeordneten aus mindestens sechs Ländern zusammen. Durch den Fraktionsstatus bekommen die rechtsextremen Abgeordneten mehr finanzielle Mittel sowie zusätzliche Rechte im EP. Den Fraktionsvorsitz übernahm der Franzose Bruno Gollnisch (Front National, FN), der wegen Leugnung des Holocausts kürzlich zu drei Monaten Haft auf Bewährung sowie einer Geldstrafe verurteilt wurde. Weitere prominente Mitglieder der Fraktion sind FN-Chef Jean-Marie Le Pen und Alessandra Mussolini (Alternativa Sociale), eine Enkelin des italienischen Diktators. Die Fraktion will u. a. die nationalen Identitäten stärken und die Einwanderung nach Europa stoppen.
www.europarl.europa.eu

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