NRW: Sprachtests für Vierjährige
Seit März werden in Nordrhein-Westfalen verbindliche Deutschtests bei allen
4-Jährigen durchgeführt (NRW-Schulgesetz § 36, Abs. 2). Betroffen
sind rund 180.000 Kinder mit und ohne Migrationshintergrund, die 2009 eingeschult
werden sollen. Kinder mit Defiziten in der Sprachentwicklung müssen sich
im Mai einer weiteren detaillierteren Sprachstandsprüfung unterziehen.
Dann soll eine gezielte Förderung das Sprachvermögen bis zur Einschulung
verbessern. Nach Angaben von Barbara Sommer (CDU), Ministerin für Schule
und Weiterbildung in NRW, muss jedes vierte Kind in diesem Alter in seiner Sprachentwicklung
gefördert werden. NRW ist das erste Bundesland mit einer solchen Regelung.
www.bildungsportal.nrw.de/BP/index.html
Urteil: Geduldete Flüchtlinge haben Recht auf Sozialhilfe
Das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel hat am 8. Februar entschieden, dass
Geduldete bei einem längeren Aufenthalt Anspruch auf den vollen Sozialhilfesatz
haben, wenn sie einen wichtigen Grund haben, in Deutschland zu bleiben (Az.:
B 9b AY 1/06 R). Asylbewerber und andere Ausländer mit wenig verfestigtem
Aufenthaltsrecht erhalten in den ersten drei Jahren nach ihrer Ankunft in Deutschland
bei Bedürftigkeit zunächst nur Grundleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz,
die deutlich unter Sozialhilfeniveau liegen. Geklagt hatte ein Asylbewerber
aus dem Kosovo, der nur Grundleistungen erhalten hatte, obwohl er seit fast
elf Jahren in Deutschland lebt.
juris.bundessozialgericht.de
Berlin: Einbürgerungsformular wird geändert
In einem Formular zur Einbürgerung von Ausländern des Landes Berlin
wird ein Passus gestrichen, der nach „der rassischen und ethnischen Herkunft“
der Antragsteller fragt. Künftig werde die Frage entfallen. Der Passus
hatte „kein für die Einbürgerung relevantes Kriterium“
erfragt, sagte Ehrhart Körting (SPD). Bündnis 90/Die Grünen und
die Linkspartei/PDS hatten im Berliner Senat eine Änderung des Formulars
gefordert.
ZDF-Initiative
Das ZDF plant ein Online-Format zu muslimischen Inhalten. Die Adressaten seien
dabei nicht nur Muslime, sondern die gesamte deutsche Gesellschaft, so ZDF-Chefredakteur
Nikolaus Brender. Das Online-Angebot soll starken Dialogcharakter haben. Es
soll voraussichtlich im Mai dieses Jahres verfügbar sein. Der Generalsekretär
des Zentralrats der Muslime in Deutschland Aiman Mazyek forderte, die inhaltliche
Verantwortung für islamische Beiträge den islamischen Verbänden
zu übertragen. Analog zum „Wort zum Sonntag“ solle ein Forum
für Predigten von Vertretern anderer Religionsgemeinschaften geschaffen
werden, sagte Mazyek. Salomon Korn, stellvertretender Präsident des Zentralrats
der Juden, hatte ein „Wort zum Wochenende“ angeregt. Auch andere
Sender planen ähnliche Formate.