Spanien: Nigerianer stirbt während Abschiebung
Der Nigerianer Osamuyia Aikpitanhi ist am 9. Juni während der Abschiebung
aus Spanien in sein Herkunftsland ums Leben gekommen. Er starb den Ergebnissen
einer ersten Obduktion zufolge an Herzkreislaufversagen auf dem Flug nach Lagos.
Unklar ist nach wie vor die Ursache des Kollapses. Spanischen Behörden
zufolge brachten vier Beamte den 23-Jährigen, der sich gewaltsam gegen
seine Abschiebung wehrte, an Bord einer Linienmaschine von Madrid nach Lagos
und fixierten ihn dort. Zahlreiche Passagiere äußerten, dass Aikpitanhi
während des Fluges geknebelt wurde. Eine genauere Untersuchung soll nun
klären, ob der Tod durch Ersticken verursacht wurde.
Frankreich: Auswahlkriterien für Einwanderer
Der Anfang Mai gewählte französische Präsident Nicolas Sarkozy
(UMP) will Einwanderer künftig stärker nach wirtschaftlichen Kriterien
auswählen (vgl. MuB 4/07).
In dem Anfang Juli veröffentlichen Antrittsschreiben an Brice Hortefeux
(UMP), Minister für Einwanderung, Integration, nationale Identität
und Entwicklungszusammenarbeit, forderte Sarkozy, dass künftig die Hälfte
aller Zuwanderer nach wirtschaftlichen Kriterien ausgewählt werden. Derzeit
liegt diese Zahl bei unter 10 %. Dagegen soll der Familiennachzug deutlich begrenzt
werden. Er macht bisher rund 70 % der jährlichen Zuwanderung nach
Frankreich aus. Sarkozy ist seit langem für sein Konzept der „gewählten
Zuwanderung“ bekannt (vgl. MuB 2/06,
4/06).
Mit dem Schreiben wurden jetzt erstmals konkrete Zahlen fixiert. Hortefeux soll
sich an der Auswahlpraxis Großbritanniens und Kanadas orientieren, die
Einwanderer nach bestimmten Kriterien wie Bildung, Alter oder Sprachkenntnissen
auswählen.
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