Welthungerindex 2007
Weltweit leiden rund 854 Mio. Menschen an Hunger, so das Washingtoner Forschungsinstitut
für Ernährungspolitik (IFPRI) und die Deutsche Welthungerhilfe bei
der Vorstellung des Welthungerindex 2007 Mitte Oktober. Der Index fasst Daten
zur Unterernährung, Untergewichtigkeit von Kindern und Kindersterblichkeit
zusammen.
In Kuba, Peru, Mosambik, Ghana, Indonesien und Vietnam könne es gelingen,
bis 2015 den Anteil hungernder Menschen insgesamt sowie den der unterernährten
Kinder unter 5 Jahren zu halbieren und die Kindersterblichkeitsrate um zwei
Drittel zu senken (sog. Hunger-Millenniumsziele). Von den untersuchten 91 Ländern
sei etwa ein Drittel auf einem guten Weg, die Hunger-Millenniumsziele zu erreichen.
Der Schlüssel liegt hierzu u. a. in der Verbesserung der landwirtschaftlichen
Produktivität in armen, ländlichen Gemeinden, in der Förderung
und Erhaltung natürlicher Ressourcen, der Erweiterung von Infrastruktur
und Märkten in ländlichen Regionen, Wissenstransfer und -verbreitung,
Nahrungsmittelhilfe für die Bedürftigsten sowie einer verbesserten
Gesundheitsversorgung. Am schlechtesten sieht die Situation im sub-saharischen
Afrika aus: Hier werden voraussichtlich nur 6 von 42 Ländern die Hunger-Millenniumsziele
erreichen.
www.welthungerhilfe.de/welthungerindex-2007-pm.html
Japan: Fingerabdrücke bei der Einreise
Ab 20. November werden von allen Ausländern über 16 Jahre bei der
Einreise digitale Fingerabdrücke und Fotos gespeichert, wie dies beispielsweise
auch in den USA der Fall ist. Ausgenommen von der Regelung sind Personen mit
dauerhaftem Wohnsitz in Japan. Die Neuerung soll der Vorbeugung gegen Terroranschläge
dienen, so die Einwanderungsbehörde. Die Daten sollen langfristig gespeichert
und in jedem Fall der Polizei zur Verfügung gestellt werden, möglicherweise
aber auch ausländischen Regierungen. Ferner werden die Fluggesellschaften
verpflichtet, eine Liste der Passagiere und Besatzungsmitglieder an die Behörden
zu übermitteln.
Somalia: Massenflucht aus Mogadischu
In der somalischen Hauptstadt Mogadischu ist es Mitte Oktober nach Kämpfen
zwischen der äthiopischen Armee und somalischen Truppen zu neuen Flüchtlingsströmen
gekommen. Nach einer Offensive der äthiopischen Armee verließen rund
90.000 Menschen ihre Häuser und flohen ins Umland. Dort leben bereits 400.000
Menschen in Flüchtlingslagern und erhalten von den Vereinten Nationen Wasser,
Nahrung und gesundheitliche Versorgung. „Die Lage war hier noch nie so
verheerend“, sagte der humanitäre UN-Koordinator für das Land
Christian Balslev-Olesen. So lange in Mogadischu weiter gekämpft werde,
sei eine Rückkehr der Flüchtlinge unmöglich. Auch in den bislang
relativ friedlichen Regionen Somaliland und Puntland flammten Kämpfe auf.
Mindestens 36.000 Menschen sind dort gegenwärtig ebenfalls auf der Flucht.
www.unhcr.ch
Kongo: Massenflucht hält an
Im Kongo sind Ende Oktober erneut Tausende Zivilisten vor Kämpfen zwischen
Tutsi-Rebellen, Soldaten und regierungsnahen Milizen geflohen. Die Zusammenstöße
begannen in Bunagana an der Grenze zu Uganda, wie ein Sprecher der UN-Friedenstruppe
Monuc sagte. Dort hätten Milizionäre versucht, eine Versorgungsroute
der Rebellen unter ihre Kontrolle zu bringen. Vor den Kämpfen sind seit
Jahresbeginn etwa 370.000 Menschen geflohen. Die kongolesische Armee bekämpft
die Rebellen seit August dieses Jahres. Die Region ist seit Jahren von Flucht
und Vertreibung betroffen (vgl. MuB 5/00,
6/03,
7/04).
www.unhcr.ch
www.wfp.org