Jeder Flüchtling aus dem Irak hat vermutlich mindestens ein traumatisches Erlebnis gehabt. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Flüchtlingshochkommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) über die Traumatisierung irakischer Flüchtlinge in Syrien. Die Studie wurde als Teil einer größeren Umfrage des UNHCR am 22. Januar in Genf vorgestellt.
Das UNHCR befragte 754 irakische Flüchtlinge, die sich im November 2007 beim UNHCR in Syrien gemeldet hatten. Ihre Antworten wurden vom US-Center for Disease Control u. a. nach dem „Harvard Trauma Katalog“ eingestuft und analysiert. Dieser Katalog prüft die psychische Gesundheit und Traumatisierung von Menschen, die in Konfliktgebieten gelebt haben. Die Umfrageergebnisse des UNHCR sind nach eigenen Angaben nicht repräsentativ. Insgesamt gibt es rund 4,6 Mio. Irak-Flüchtlinge, 135.000 von ihnen waren Ende 2007 beim UNHCR registriert.
Rund 19.000 Flüchtlinge meldeten sich 2007 beim UNHCR in Syrien. Dem UNHCR zufolge ist schätzungsweise jeder Fünfte dieser Flüchtlinge als Opfer von Folter und/oder Gewalt einzustufen. In der Umfrage von November 2007 waren bei 89 % der Befragten Angst und Verzweiflung sehr stark verbreitet. Dies ist laut UNHCR die Folge von traumatischen Erlebnissen im Irak: 77 % der Befragten waren dort Opfer von Luftangriffen oder Raketenbeschuss; 80 % beobachteten Erschießungen; 75 % kennen jemanden, der getötet wurde; 72 % waren Augenzeugen von Autobomben-Attentaten; 16 % sagten, sie wurden gefoltert, z. B. durch Elektroschocks oder gezielte Verbrennungen.
Angesichts dieser Traumata betonte das UNHCR die Notwendigkeit psychologischer Betreuung für die Flüchtlinge. Von den 261 Mio. US-Dollar, die das UNHCR 2008 für die Irak-Flüchtlinge budgetiert hat, ist ein Teil für deren psychologische Behandlung in Kliniken und anderen Einrichtungen vorgesehen.
In Deutschland gehört der Irak seit zehn Jahren zu den drei wichtigsten Herkunftsländern von Asylsuchenden. Von 2000 bis einschließlich 2002 und erneut seit 2006 war der Irak das Hauptherkunftsland. Im Jahr 2007 verdoppelte sich die Zahl der irakischen Asylbewerber (4.327) im Vergleich zum Vorjahr (2006: 2.117). up
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www.unhcr.org
www.bamf.de