Sowohl die absolute Zahl als auch der relative Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung Deutschlands wächst. Fast jedes dritte Kind unter zehn Jahren hat einen Migrationshintergrund. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor.
In die Kategorie „Bevölkerung mit Migrationshintergrund“ fallen laut Statistik folgende Personen: zugewanderte und in Deutschland geborene Ausländer, Spätaussiedler, Eingebürgerte mit persönlicher Migrationserfahrung und deren Kinder, die selbst keine unmittelbare Migrationserfahrung aufweisen. Personen mit Migrationshintergrund sind entweder selbst zugewandert oder gehören der zweiten bzw. dritten Generation an. Erfasst wird nur, wer nach 1950 in die Bundesrepublik einwanderte; die Bevölkerungsverschiebungen infolge des Zweiten Weltkriegs werden nicht berücksichtigt.
Zahlen zu Menschen mit Migrationshintergrund liegen erst ab dem Jahr 2005 vor (vgl. MuB 5/07; 5/06). Sie bieten ein weitaus realistischeres und differenzierteres Bild der deutschen Einwanderungsgesellschaft, als es die Fokussierung auf Staatsbürgerschaft bisher erlaubte. Mit den für 2006 veröffentlichten Zahlen lassen sich nun erstmals Aussagen zum Entwicklungstrend treffen.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland im Jahr 2006 um 130.000 Personen auf nun insgesamt 15,1 Mio. Personen. Im gleichen Zeitraum hat sich die Zahl der Personen ohne Migrationshintergrund um 227.000 Personen auf 67,2 Mio. verringert. Dies bedeutet einen Nettorückgang bei der Gesamtbevölkerung um knapp 100.000 Personen auf 82,4 Mio. und einen Anstieg des Anteils der Bevölkerung mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung von 18,2 % (2005) auf 18,4 % (2006).
Etwas weniger als die Hälfte aller Personen mit Migrationshintergrund im Jahr 2006 waren Ausländer (7,3 Mio. bzw. 8,9 % der Gesamtbevölkerung), etwas mehr als die Hälfte waren deutsche Staatsbürger (7,9 Mio. bzw. 9,5 % der Gesamtbevölkerung). Wie 2005 wiesen zwei Drittel dieser Personengruppe eine eigene unmittelbare Migrationserfahrung auf (10,4 Mio.), sind also Zuwanderer im engeren Sinne. Die wichtigsten Herkunftsländer sind die Türkei (14,2 % aller Zugewanderten), die Russische Föderation (8,4 %), Polen (6,9 %), Italien (4,1 %) und Serbien und Montenegro (3,4 %). Mehr als jeder Fünfte stammt aus einem Mitgliedsland der Europäischen Union (EU 25: 23,5 %).
Die Gruppe der Personen mit Migrationshintergrund weist einige Unterschiede zur Gesamtbevölkerung auf: Ihre Mitglieder sind im Durchschnitt deutlich jünger (33,8 gegenüber 44,6 Jahren), häufiger ledig (45,3 % gegenüber 38,1 %), und der Anteil der Männer ist etwas höher (50,8 % gegenüber 48,5 %). Bemerkenswert sind auch die Zahlen für die Alterskohorte unter zehn Jahren. Hier hat fast jedes dritte Kind einen Migrationshintergrund (29 %). In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie in Südhessen und im westlichen Teil Nordrhein-Westfalens liegt dieser Wert sogar bei über 40 %. Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung der aktuellen Integrationspolitik für die künftige Entwicklung des deutschen Gemeinwesens. me
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