Schweiz: Maßnahmen gegen Scheinehen
Am 4. März verabschiedete der Nationalrat
mit den Stimmen der rechtskonservativen
Mehrheit Regelungen, die Scheinehen zum
Zweck der Erlangung eines Aufenthaltstitels
verhindern sollen. Künftig soll nur
noch heiraten dürfen, wer in der Schweiz
ein Bleiberecht hat. Dies muss vor einer
Eheschließung nachgewiesen werden. Die
Standesämter sollen Zugriff auf das zentrale
Migrationssystem (Zemis) erhalten und der
Migrationsbehörde Eheschließungen von
Einwanderern melden. Dieselben Bestimmungen
sollen für eingetragene Partnerschaften
gleichgeschlechtlicher Paare gelten.
Laut einer Schätzung des eidgenössischen
Amts für das Zivilstandswesen werden
in der Schweiz jährlich etwa 500 bis
1.000 Scheinehen geschlossen. Das Gesetz
geht auf eine Initiative des Chefs der
rechtskonservativen Schweizerischen
Volkspartei (SVP) Toni Brunner aus dem Jahr
2005 zurück. Der Ständerat, die zweite
Kammer des Parlaments, muss noch zustimmen.
www.parlament.ch
Frankreich: Einwanderungstest vorgestellt
Wer nach Frankreich einwandern will und
keine EU-Staatsbürgerschaft besitzt, muss
zukünftig in seinem Herkunftsstaat einen
Sprach- und Integrationstest bestehen. Der
Integrationstest umfasst Einwanderungsminister
Eric Besson (UMP) zufolge Fragen
zur Gleichberechtigung von Mann und
Frau, zur Rechtsordnung und zum politischen
System Frankreichs. Der Sprachtest
ist in einen mündlichen und einen schriftlichen
Teil unterteilt und soll nicht länger
als 20 Minuten dauern. Bei Nichterreichen
einer Mindestpunktzahl muss ein Sprach- bzw.
Integrationskurs besucht und der Test
wiederholt werden. Die Tests gelten für
einreisewillige ausländische Ehepartner
und Familienangehörige und sind kostenlos.
Die Nationale Agentur für den
Empfang von Ausländern und Migranten
(ANAEM) soll die Tests ab sofort in Zusammenarbeit
mit verschiedenen Partnern
in insgesamt 136 Ländern abnehmen.
Für 2009 rechnet die Agentur mit
etwa 34.000 Testteilnehmern.
www.immigration.gouv.fr
Spanien: Boatpeople ertrunken
Vor der kanarischen Insel Lanzarote sind
Mitte Februar 24 Menschen ertrunken. Das
Boot der 28 Nordafrikaner war Medienangaben
zufolge in Marokko gestartet und
wenige Meter vor dem Küstenort Teguise
gekentert. Lediglich sechs Menschen konnten
Helfer und die Küstenwache retten.
Unter den Toten waren 15 Kinder und
Jugendliche. Auf der Nachbarinsel Teneriffa
landeten am gleichen Wochenende
zwei Boote mit 145 Menschen an Bord.
Jedes Jahr sterben hunderte Boatpeople bei
der gefährlichen Überfahrt von Nordafrika
nach Europa (vgl. MuB 2/09, 1/09, 9/08).