Kurzmeldungen – Welt

25. Oktober 2011

USA: „DREAM Act“ in Kalifornien
Undokumentierte Einwanderer, die im US-Bundesstaat Kalifornien zur Schule gegangen sind, können künftig staatliche Hilfe für die Aufnahme eines Universitätsstudiums erhalten. Gouverneur Jerry Brown (Demokraten), seit Anfang 2011 im Amt, setzte im Oktober den so genannten DREAM Act (Development, Relief and Education for Alien Minors Act) in Kraft. Auf Bundesebene war dieser 2010 am Widerstand der republikanischen Opposition gescheitert (vgl. MuB 8/10). Nach Schätzungen der kalifornischen Behörden werden etwa 2.500 Studierende die staatliche Ausbildungshilfe in Anspruch nehmen können. Insgesamt stehen dafür 14,5 Mrd. US-Dollar zur Verfügung. Gegner des DREAM Acts kritisierten, dass dadurch potenzielle Zuwanderer zur illegalen Einwanderung motiviert würden. Unterstützer heben die Bedeutung der Bildung von Einwanderern für die Zukunft Kaliforniens hervor. Am 1. August wurde bereits ein ähnliches Gesetz im Bundesstaat Illinois vom dortigen Gouverneur Pat Quinn (Demokraten) unterzeichnet.
www.californiadreamact.org

Libyen: Willkürliche Verhaftung von Migranten
Nachdem die Truppen des nationalen Übergangsrates den größten Teil Libyens eingenommen haben, mehren sich Berichte, dass Migranten aus Schwarzafrika von diesen willkürlich verhaftet, misshandelt und sogar getötet wurden. Den Migranten wird vorgeworfen, sie hätten als Söldner für den ehemaligen Staatschef Muammar Gaddafi gekämpft. Es wird geschätzt, dass vor den Aufständen, die Anfang des Jahres in Libyen begannen, rund 1 Mio. Ausländer in Libyen lebten. Viele davon waren gekommen, um in der Ölindustrie des Landes zu arbeiten. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hat bereits 1.600 Migranten und gefährdete Libyer wegen der Kämpfe und Übergriffe aus Tripolis evakuiert.
www.iom.int

Ostafrika: Hungersnot weitet sich aus
Die Hungersnot in Ostafrika hat sich auf weitere Gebiete der Region ausgeweitet (vgl. MuB 7/11). Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) sind inzwischen etwa 12,4 Mio. Menschen von der Lebensmittelknappheit betroffen. Infolge massiver Fluchtbewegungen haben allein rund 1 Mio. Kinder ihr Zuhause verloren. Im Süden Somalias sind bereits mehrere zehntausend Menschen den Hungertod gestorben, mehr als die Hälfte davon waren Kinder. Neben Somalia sind Teile von Äthiopien, Dschibuti, Kenia und Uganda betroffen. Durchfall- und Infektionskrankheiten sowie Epidemien verschlimmern die Lage. Wenn die Menge der Hilfsleistungen nicht aufgestockt werde, sei in den nächsten vier Monaten allein in Somalia mit dem Tod von etwa 750.000 Menschen zu rechnen, warnten die UN. Mit dem Einsetzen einer längeren Regenzeit ist erst im kommenden Jahr zu rechnen.
www.unhcr.org

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